Beitragsreihe: 1525 – Der Deutsche Orden im Bauernkrieg – Die Vorgeschichte des Bauernkriegs (Teil 3)
Zu den drängenden Glaubensfragen der Zeit gesellte sich schon lange vor dem Ausbruch des Bauernkrieges eine Verschlechterung der wirtschaftlichen Situation der Bauern, die nun durch Missernten zusätzlich verschärfte wurde.
So litten die Bauern unter einer großen finanziellen Belastung durch die Landesherren, die sich vor allem durch hohe Abgabenlasten und einer Vielzahl von zu zahlenden Steuern ergab.
Schon bei früheren Erhebungen, wie der Bewegung des „Armen Konrads“ im Jahr 1514, brachten Bauern und städtische Unterschichten aus Württemberg ihre Unzufriedenheit über die Abgabenlast zum Ausdruck.
So lag die Hauptursache im Ausbruch des Aufstandes in einer von Herzog Ulrich von Württemberg eingeführten Verbrauchssteuer. Der „Tübinger Vertrag“ beendete schließlich den Aufruhr, schaffte einen Ausgleich und blieb bis 1805 gültig.
Solche Einigungen zwischen Landesherren und Untertanen waren aber eher die Ausnahme. In anderen Regionen konnten die Probleme nicht beigelegt werden.
Zu den wirtschaftlichen Problemen kam noch vermehrt der Wunsch nach freier Nutzung von Ressourcen wie Holz, Wild und Fische hinzu, auf die bisher nur die Grundherren Zugriff hatten. Dieser Anspruch wurde auch 1525 in die Forderungen der Aufständischen aufgenommen.
So prangerten die Bauern in den berühmten Zwölf Artikeln der Memminger Bauern an, daß kein Untertan die Befugnis gehabt hat, das Wildbret, Geflügel oder Fische […] zu fangen.
Neben diesen 12 Artikeln der Memminger Bauern existierten außerdem regional eigenständig verfasste Ausfertigungen, darunter auch die 14 Artikel der fränkischen Bauernschaft.
Im nächsten Beitrag wollen wir die letzten Rahmeninformationen rund um den Bauernkrieg mit der Vorstellung der Geschichte des Deutschen Ordens vor 1525 abschließen und uns dann konkreten Regionen widmen, die von den Bauernaufständen und dem Orden betroffen waren.

Abb. 1: Häcker Fritz Rugenstein

Abb. 2: Tagelöhner Fritz Schnebeis

Abb. 3: Tagelöhner Fritz Tagwercker

Abb. 4: Tagelöhner/Bauarbeiter Hans Pfeiffer
Allg. zu Abb. 1-4: Unter dem ‚gemeinen man‘ versteht man im Bauernkrieg nicht nur Bauern, sondern vor allem auch Tagelöhner, Häcker und Handwerker. Auch der niedere, teilweise verarmte Adel schloss sich den ‚Haufen‘ oft in Führungspositionen an.
Abbildungsverzeichnis:
Titelbild: Die zwölf Artikel. Titelblatt (Wikimedia Commons, gemeinfrei) [digital nachbearb. durch BW].
Abb. 1-4: Hausbuch der Mendelschen Zwölfbrüderstiftung, Bd. 1 [Amb. 317.2°]
(Stadtbibliothek im Bildungscampus Nürnberg, online bereitgestellt und gefördert durch DFG und GNM, gemeinfrei).
Abb. 1: Häcker Fritz Rugenstein, 1508, fol. 126v.
Abb. 2: Tagelöhner Fritz Schnebeis, 1450, fol. 72.
Abb. 3: Tagelöhner Fritz Tagwercker, um 1425, fol. 42v.
Abb. 4: Tagelöhner/Bauarbeiter Hans Pfeiffer, 1456, fol. 77v [digital nachbearb. durch BW].

