Ausblick zur Ausstellung der FDO (26.-28. Juni 2026): Die Situation des Deutschen Ordens im 19. Jahrhundert.
Um euch einen allgemeinen Einblick und Teaser zu unserer Ausstellung zu geben, möchten wir euch die Situation des Deutschen Ordens im 19. Jahrhundert näher bringen.
Die letzte Phase des Kampfes um die Existenz der Besitzungen des Deutschen Ordens fand zwischen 1801 und 1809 statt. Der Pressburger Friede von 1805 und Napoleons hier zitierter Tagesbefehl ermöglichten den Fürsten der Rheinbundstaaten den Zugriff auf den Deutschordensbesitz. Die Ordensresidenz Mergentheim kam zu Württemberg. Der Mergentheimer Kongress (1812–1815) legte abschließend die Verteilung der ehemaligen Ordensgüter unter den Fürsten fest. Es gelang nicht, den Deutschen Orden auf dem Wiener Kongress wiederzubeleben. Ab diesem Zeitpunkt stand fest, dass der Orden ausschließlich auf die habsburgischen Erblande begrenzt blieb.
Der Orden antwortete mit einer inneren Reform auf die neue Situation: dem Aufbau eines eigenen Priesterseminars und die Wiederbelebung des Schwesternzweiges. Die Initiative lag bei Peter Rigler. Mit Zustimmung des Hochmeisters Erzherzog Maximilian wurde das Institut für Deutschordensschwestern wieder eingeführt (1855). Außerdem wurden Priesterkonvente eingerichtet (1858 in Lana, 1866 in Troppau). Damit konnte der Orden seine Priestern selbst schulen und deren Zahl ausbauen. Des Weiteren konzentrierte sich der Orden auf die Versorgung von Kriegsversehrten, indem er ein neues Hospitalwesen mit Feldlazaretten schuf. Die Ritter dienten den Habsburgern als Offiziere und Diplomaten.
Durch die sich mit dem Ende der Monarchie lösende Verbindung des Ordens mit den Habsburgern wurde eine Erneuerung des Ordens zwangsläufig erforderlich. Das Institut der Ordensritter war praktisch ausgestorben. Um den Weg für einen Neuanfang freizumachen, trat der Hochmeister 1923 zurück. Im Jahre 1929 bestätigte Papst Pius XI. eine neue Ordensregel: Ordenspriester und Provinzoberinnen bestimmten fortan die Zukunft des nun ausschließlich geistlichen Ordens.
Wir laden euch nochmals alle herzlich dazu ein an unserer Tagung teilzunehmen und bitten euch gleichzeitig um eine Anmeldung per E-Mail an: katharina.kemmer@uni-wuerzburg.de.

Abb. 1: Peter Rigler (1796–1873) war Professor für Theologie in Trient und seit 1842 Ordenspriester.

Abb. 2: Eugen Erzherzog von Österreich war von 1894 bis 1923 Hoch- und Deutschmeister des Deutschen Ordens.
Text: Marco Helle
Zu den Abbildungen:
Titelbild:
– Link: https://snl.no/Wienkongressen; Lizenz: Frei verfügbar (Public domain)
Abb. 1: Peter Rigler, Ölgemälde von Johann Hintner (1834–1892), um 1875 (nach Fotografie auf dem Paradebett), Kloster Lanegg Lana, Aufnahme: Scan Prepress Servis Typoplus GmbH (Josef Obkircher) Frangart. In: Deinhammer, Elena/Volgger, Ewald (hrsg.): Peter Rigler (1796–1873). Professor der Theologie, Bildungspersönlichkeit und Ordensreformer. (= Quellen und Studien zur Geschichte des Deutschen Ordens, Bd. 97), Ilmtal-Weinstraße 2024, Abb. 30 zw. S. 614 u. 615.
Abb. 2: Hoch- und Deutschmeister Eugen Erzherzog von Österreich (1894–1923) (Erich Hermann, Innsbruck 1910 Kohlzeichnung;49 x 32,5 cm Lana, Deutschordenskonvent. In: Arnold, Udo (hrsg.): 800 Jahre Deutscher Orden, München/Gütersloh 1990, S. 276.

