Beitragsreihe: Die Deutschordensschwestern zu Passau – Verkörperung gelebter Nächstenliebe: Erbe und Auftrag – Die Deutschordensschwestern in der Gegenwart (Teil 4)

Bereits seit der Gründung des Deutschen Ordens 1190 vor Akkon lautet dessen Motto „Helfen und Heilen“. Es war stets ein Anliegen der Ordensmitglieder „Menschen in Ihren Nöten beizustehen und durch Werke der Barmherzigkeit Zeichen der Hoffnung zu schenken“, so S. E. Frank Bayard, 66. Hochmeister des Deutschen Ordens und Generalabt. Daran hat sich auch nach mehr als 835 (!) Jahren, zahlreichen Umbrüchen und Widrigkeiten nichts geändert. „Die Werke des Deutschen Ordens“ sind ein herausragendes Beispiel für jenes „Zeichen der Hoffnung“, welches von den Schwestern, Brüdern und Familiaren des Deutschen Ordens weitergegeben wird. Diese Werke finden sich in Österreich, Italien, Slowenien, der Slowakei, Deutschland sowie in Tschechien und umfassen Einrichtungen für folgende Bereiche: Pflege für alte, kranke und hilfsbedürftige Menschen sowie Menschen mit Behinderung, Kinder- und Jugendhilfe, Suchthilfe (medizinische Rehabilitation, Beratung und Vermittlung), Soziale Teilhabe, Seniorenzentren, Gästehäuser, Schüler-/Studentenheime, Kindergärten oder schulische Einrichtungen, um nur einige Beispiele zu nennen.

Von Beginn an leisten die Deutschordensschwestern hier einen für die Gesellschaft unschätzbar wichtigen Beitrag. Speziell in Passau äußert(e) sich dies in Form eines Alten- und Pflegebereiches für die Schwestern, einer Fachakademie für Sozialpädagogik, das Führen eines Kindergartens, eine tägliche Armenspeisung, den Unterhalt eines Schüler- und Studentenwohnheims sowie die Einrichtung eines Begegnungshauses in Langfurth. Die Hingabe, mit welcher sich die Passauer Schwestern gemeinsam mit weiteren Mitarbeitern ihren Aufgaben wie auch dem Eingehen auf individuelle Bedürfnisse widmen, ist deutlich zu spüren. Der gesellschaftliche Mehrwehrt, der seit vielen Jahrzehnten von St. Nikola in Passau ausgeht, unterlag in den letzten Jahren strukturellen Veränderungen und verdient insgesamt höchste Anerkennung. Doch tragen die Schwestern ihre Werte nicht nur nach außen in die Gesellschaft hinein, vielmehr leben sie diese auch in der eigenen Gemeinschaft.

Sie hören zu, geben Halt, schenken Schutz und öffnen Räume der Hoffnung und dies alles getragen durch deren Glauben, den gemeinschaftlichen Zusammenhalt wie auch eine tiefe Beziehung zu Gott. Die Deutschordensschwestern bilden eine Gemeinschaft, die eben nicht nur sich selbst trägt, sondern vor allem jene, die auf ihre Fürsorge, Begleitung und gelebte Nächstenliebe angewiesen sind.

Das war der abschließende Beitrag unserer Reihe zu den Deutschordensschwestern aus Passau. Wir hoffen, dass wir euch einen guten Einblick in die Geschichte und Aufgaben der Schwesterngemeinschaft geben konnten! Der nächste Beitrag wird der letzte vor unserer Sommerpause sein, dann wird es Ende September wieder mit interessanten Inhalten weitergehen.

 

Hier sieht man die Skulptur "Alte, gekrümmte Hände" (diese halten die Botschaft der Zuversicht, die Gewissheit neuer Bleibe, aus: Odilo Lechner "mit den Augen der Seele")

Abb.: Die Skulptur „Alte, gekrümmte Hände“ (Sie halten die Botschaft der Zuversicht, die Gewissheit neuer Bleibe [aus: Odilo Lechner „mit den Augen der Seele“]).

 

Titelbild: Die Deutschordensschwestern aus Passau.

Bilder & Text: K. Kemmer