Beginn der Beitragsreihe: 1525 – Der Deutsche Orden im Bauernkrieg (Teil 1)
„Zu wissenn nach dem alß mann zalt nach Christi vnnsers lieben herren geburt funfzehenhundert vnd funffvnndzwainzig jare, das edel schlos Horneck durch gewaltsam der vngehorsamen, vffrurigen Baurn eingenomen, geplundert vnd die cantzeley allerding gentzlich verwustet vnnd zerissen, auch das berurt schlos verbrant.“
– Gregor Spieß, Chronica der teutschenn maister
Was hier der Kanzler des Deutschen Ordens, Gregor Spieß, in bildhaften Worten beschrieb, sind die Ereignisse des Frühsommers 1525. Innerhalb weniger Wochen machte sich die Wut des gemeynen mans breit und gipfelte in Belagerungen, Plünderungen und Bilderstürmen.
Im Süden und Südwesten des Heiligen Römischen Reiches fielen zahlreiche Burgen, Klöster und Kirchen dem Sturm versammelter „Haufen“ zum Opfer. Die bunt gemischten Heere, bestehend aus Bauern, Stadtbewohnern, Tagelöhnern und Niederadeligen, wollten Veränderung – und wurden bald darauf von den Fürsten des Reiches besiegt.
Während im Reich der „Bauernkrieg“ wütete, verwandelte Albrecht von Brandenburg-Ansbach, Hochmeister des Deutschen Ordens und Vorreiter der Reformation, den „Deutschordensstaat“ an der Ostsee in das erste protestantische Herzogtum „Preußen“ als polnisches Lehen.
Nachdem auch der Hauptsitz des Deutschmeisters, die Burg Horneck am Neckar, dem Flächenbrand zum Opfer gefallen war, verlegte der Orden seine Zentrale ins fränkische Mergentheim.
Doch zunächst alles auf Anfang: Was genau passierte eigentlich im „Bauernkrieg“? Welche Folgen ergaben sich für den Deutschen Orden?
Diese Fragen wollen wir mit unserer Ausstellungsreihe in den nächsten Wochen klären. Also bleibt gespannt, was noch an spannenden Inhalten auf euch zukommt!

Titeltafel und Hintergrundgrafik: Darstellung der Horneck im Bauernkrieg, Contrfect[us] Etlicher Krigshandlvng Vom 1523 Bis In Das 1527 Iar [Bamberger Burgenbuch] (Staatsbibliothek Bamberg, RB.H.bell.f.1, fol. 61, CC BY-SA 4.0) [digital nachbearb. von Joline Jung und Benedikt Weigand].
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