Beitragsreihe: 1525 – Der Deutsche Orden im Bauernkrieg – Der Deutsche Orden (Teil 4)
Als 1525 in mehreren Regionen des Heiligen Römischen Reiches Aufstände gegen die Obrigkeit losbrachen, war auch der Deutsche Orden betroffen. Doch was war das überhaupt, der „Deutsche Orden“? Diese 1190/1198 gegründete Gemeinschaft bestand 1525 bereits seit über drei Jahrhunderten.
Der Ursprung des Ordens geht auf ein während des Dritten Kreuzzuges gegründetes Spital zurück, das die Versorgung verwundeter Kreuzfahrer bei der Belagerung von Akkon (im heutigen Israel) leisten sollte.
Die Hospitalgemeinschaft wurde bald darauf mit Hilfe des Papsttums in einen geistlichen Ritterorden umgewandelt. Nach Templern und Johannitern war er also der jüngste unter den großen europäischen geistlichen Ritterorden. Die Krankenpflege wurde ergänzt um den bewaffneten Schutz der Pilger und den ‚Heidenkampf‘. Neben die Priester traten die Ritterbrüder.
In kürzester Zeit wurden dem jungen Orden umfangreiche Schenkungen zuteil, man übertrug ihm vor allem in Süd- und Mitteleuropa Geld, Besitz und Rechte. Zahlreiche junge Adelige traten der Gemeinschaft bei und trugen das schwarze Kreuz auf weißem Mantel. War in einer Region genug Besitz vorhanden, richtete man eine „Kommende“ ein, die durch einen „Komtur“ geleitet wurde. Solche Kommenden, meist Burgen, Schlösser oder Pfarrkirchen, konnten unterschiedlich groß sein und waren in ganz Europa verbreitet. Sie sollten die materielle Unterstützung der Kreuzzüge ins Heilige Land und nach Preußen sicherstellen. Mehrere Kommenden wurden überregional in den sogenannten „Balleien“ zusammengefasst, deren Namen auch heute noch Landschaften beschreiben, wie zum Beispiel Franken, Lothringen, Sachsen oder Böhmen.
Der nächste Beitrag unserer Reihe wird sich näher mit Franken während der Bauernaufstände befassen, also bleibt weiterhin auf die nächsten Posts gespannt!

Abb. 1: Dieses um 1600 entstandene Gemälde zeigt eindrücklich das Selbstverständnis des Ordens: Der Ritter, neben dem hl. Georg kniend, und der Priester, neben der hl. Elisabeth, beten die Ordenspatronin Maria an.
Abbildungsverzeichnis:
Titelbild: In der „Ganzhorn-Chronik“, benannt nach ihrem Auftragsgeber Johann Wilhelm Ganzhorn (1541–1609), Kanoniker im Würzburger Stift Neumünster, wird auch die Gründung des Deutschen Ordens vor Akkon dargestellt. Der ‚Heidenkampf‘ und die Krankenpflege werden hier bildlich eng verwoben. Ganzhorn-Chronik (Staatsarchiv Würzburg, Historischer Verein MS f.857 a-b- hier Bd. 1, fol. 150v), Aufnahme Helmut Flachenecker.
Abb. 1: Maria mit dem Kind, hl. Georg mit Ritter, hl. Elisabeth mit Priester, um 1600 (Bouzov, Hrad = Olomouc, Krajské valastivedné muzeum; Abzug in der Fotothek der Internationalen Historischen Kommission zur Erforschung des Deutschen Ordens [fortan: IHKEDO], I. 2.3. B. 01).

