Beitragsreihe: 1525 – Der Deutsche Orden im Bauernkrieg – Folgen und Umbruch für den Orden (Teil 7)
Wie lassen sich die Ereignisse von 1525 und ihre Folgen für den Deutschen Orden zusammenfassen? Die Gemeinschaft stand vor einer Zerreißprobe: Preußen ging durch
Säkularisation dem Orden verloren, während zahlreiche Besitzungen im Reich zerstört oder geplündert wurden und teilweise an die protestantischen Landesherren fielen. Der Aufruhr wurde aber noch im selben Jahr blutig niedergeschlagen. In Franken geschah dies beispielsweise durch den Schwäbischen Bund, ein überregionales Bündnis der Fürsten und Städte, dem sich der Deutschmeister kurz zuvor noch angeschlossen hatte.
Die Anführer der Aufständischen wurden schwer bestraft, in Mergentheim zum Beispiel wurden vier von ihnen geköpft. Die Umwälzungen bedeuteten aber nicht das Ende des geistlichen Ritterordens. Gregor Spieß (um 1490–1560), der langjährige Sekretär, Kanzler und Geschichtsschreiber des Deutschen Ordens, nutzte nach 1525 Geschichte als politisches Argument, um dem Orden eine Zukunft zu erstreiten. Er berief sich auf die „Goldbulle von Rimini“ von 1226, in der Kaiser Friedrich II. den heidnischen Besitz in Preußen an den Orden übertrug. Daraus leitete er eine Zugehörigkeit Preußens zum Heiligen Römischen Reich ab, die einen besonderen Schutz des Kaisers in Spieß‘ Gegenwart erfordere.
Der Deutschmeister verlegte seinen Hauptsitz kurz nach der Zerstörung der Burg Horneck in die Ordensstadt Mergentheim, die bis in die Napoleonische Zeit Verwaltungszentrale blieb. Die Deutschmeister übernahmen zunächst provisorisch die Hochmeisterwürde, den Anspruch auf das Land Preußen gab man auch in den kommenden Jahrhunderten nicht auf.
Der Orden musste sich neu erfinden: In religiösen Fragen passte man sich der Frühen Neuzeit an und entwickelte sich bald zu einem „trikonfessionellen“ Orden, in dem neben Katholiken auch Protestanten und Calvinisten Aufnahme fanden. Man widmete sich wieder mehr dem Gründungsgedanken, der Seelsorge und Krankenpflege. Die Priesterseminare in Mergentheim und Altshausen sind Ausdruck dieser Wiederbelebung. Auch die vielen Renaissance- und Barockschlösser sind steinerne Zeugen der wirtschaftlichen Erholung und der politischen Bedeutung des Ordens.
Wir sind nun am Ende dieser Beitragsreihe angelangt. Wir hoffen, dass wir euch die Ausstellung: „1525 – Der Deutsche Orden im Bauernkrieg“ etwas näher bringen konnten und, dass wir euer Interesse an unseren Beiträgen geweckt und erweitert haben.
Bleibt gerne gespannt auf die nächsten Wochen und Inhalte, die wir für euch zu Verfügung stellen!
Euer FDO-Team

Abb. 1: Nachdem Albrecht den Ordensbesitz Preußen in ein Herzogtum umgewandelt hatte, übertrug Kaiser Karl V. 1527 dem bisherigen Deutschmeister Walter von Cronberg die Administratorenwürde.

Abb. 2: Der letzte preußische Hochmeister Albrecht von Brandenburg-Ansbach im Ordensgewand 1522.
Zu den Abbildungen:
Titelbild: Markgraf Albrecht von Brandenburg-Ansbach als Herzog von Preußen 1528.
Abbildungsverzeichnis:
Titelbild: Bildnis von Markgraf Albrecht von Brandenburg-Ansbach, Lucas Cranach der Ältere, 1528 (Herzog Anton Ulrich-Museum Braunschweig; Digitalisat auf Wikimedia Commons, gemeinfrei).
Abb. 1: Urkunde vom 6.12.1527, Burgos (Deutschordenszentral-Archiv Wien, digitalisiert auf monasterium.net) [digital nachbearb. durch BW].
Abb. 2: Albrecht von Brandenburg-Ansbach als Hochmeister des Deutschen Ordens, Hans Krell, 1522 (Digitalisat auf Wikimedia Commons, gemeinfrei).


