Beitragsreihe: 1525 – Der Deutsche Orden im Bauernkrieg – Franken (Teil 5)
In der Mitte des Heiligen Römischen Reiches war Franken die größte und reichste Region des Deutschen Ordens. Die Ordenskommenden unterstanden teilweise als „Kammerbesitz“ direkt dem Deutschmeister, teilweise gehörten sie der Ballei Franken unter der Führung des Landkomturs an. Das spielte für die Bauern vermutlich keine Rolle, als sie die Niederlassungen – nicht alle – überfielen.
Als der Aufstand im April 1525 losbrach, wurden zahlreiche Ordenshäuser geplündert, teilweise sogar zerstört: Es traf gleichermaßen die städtischen Kommenden in Heilbronn, Würzburg, Mergentheim, Münnerstadt, Dinkelsbühl, Winnenden oder Rothenburg wie die Landsitze in Obermässing, Stocksberg, Scheuerberg, Neuhaus und Horneck.
In manchen Ordenskommenden konnten Zerstörungen und Plünderungen hingegen verhindert werden. In Nürnberg nutzte der Rat die Unruhen, um die Kommende ins Bürgerrecht aufzunehmen: Damit sicherte sich die Stadt wichtige Steuereinnahmen – der Orden wurde im Gegenzug vor Überfällen bewahrt. In Ellingen konnte der Landkomtur mit Hilfe der Truppen des Markgrafen von Ansbach die Plünderung des Hauptsitzes der Ballei verhindern.
In manchen Ordenskommenden konnten Zerstörungen und Plünderungen hingegen verhindert werden. In Nürnberg nutzte der Rat die Unruhen, um die Kommende ins Bürgerrecht aufzunehmen: Damit sicherte sich die Stadt wichtige Steuereinnahmen – der Orden wurde im Gegenzug vor Überfällen bewahrt. In Ellingen konnte der Landkomtur mit Hilfe der Truppen des Markgrafen von Ansbach die Plünderung des Hauptsitzes der Ballei verhindern.

Abb. 1: Der Deutschmeister Dietrich von Cleen floh aus seiner Residenz, der Burg Horneck, nach Heidelberg. Die Horneck wurde daraufhin geplündert, wobei auch ein Teil des Archivs in Flammen aufging. Die Skizze zeigt die Horneck vor Ihrer Zerstörung 1525.

Abb. 2: Auch in Heilbronn wurde gezielt das Archiv zerstört: Hier lagen die Abgabenverzeichnisse, Urbare und Zinsregister, durch die sich die Bauern seit Jahrzehnten belastet fühlten. Das Bild zeigt ein Urbar, das noch 1524 angelegt wurde.

Abb. 3: Deutschordensschloss in Mergentheim

Abb. 4: Deutschordensschloss in Scheuerberg

Abb. 5: Deutschordensschloss in Horneck

Abb. 6: In Würzburg wurde die Kommende im Schatten der Festung Marienberg von den Bauern und aufständischen Bürgern geplündert und anschließend als Lager genutzt. Die Kommendengebäude wurden daraufhin von den Verteidigern auf der Festung mit Kanonen beschossen; hier eine Ansicht der Kommende Würzburg aus der Fries-Chronik.
Zu den Abbildungen:
Zum Titelbild: Auch in Münnerstadt wurde die Ordenskommende geplündert. Die Bewohner beschwerten sich schon lange beim Würzburger Bischof, dass der Deutschordenspriester weiterhin altgläubig predigte. Der Komtur hingegen klagte beim Deutschmeister, dass er für die Aufrechterhaltung der bredigen, fruemeß, mittelmeß, tag meß, fesper vnnd ander zeremonia der kirchen bis zu acht Priester benötigen würde – aber nur einen habe.
Zu Abb. 3-5: In Mergentheim wurde das Deutschordensschloss teilweise geplündert und besetzt, vor allem aber die nahe Deutschordensburg Neuhaus überfallen. In den Abbildungen aus dem zeitgenössischen „Bamberger Burgenbuch“ wird auch die Belagerung der Deutschordensschlösser Scheuerberg und Horneck schematisch dargestellt.
Abbildungsverzeichnis:
Titelbild: Eingang zur Kapelle der Deutschordenskommende Münnerstadt, Aufnahme Helmut Flachenecker.
Abb. 1: Hans Baldung Grien, Burg Horneck vor der Zerstörung im Bauernkrieg 1525 (Ausschnitt), 1515 (Konstanz, Univ.-Bibl.; Original: Karlsruhe, Kunsthalle; Abzug in der Fotothek der IHKEDO, XIV. 4.1. A. 1) [digital nachbearb. durch BW].
Abb. 2: Urbar der Kommende Heilbronn von 1524 (Staatsarchiv Ludwigsburg, B 235, Bd. 317, Film 1983/131; aus der Sammlung Arnold; Abzug in der Fotothek der IHKEDO, XVIIII. 7.1 A. 17) [digital nachbearb. durch BW].
Abb. 3-5: Contrfect[us] Etlicher Krigshandlvng Vom 1523 Bis In Das 1527 Iar [Bamberger Burgenbuch] (Staatsbibliothek Bamberg, RB.H.bell.f.1, fol. 47 und 61, CC BY-SA 4.0).
Abb. 6: Miniatur der Würzburger Deutschordenskommende aus der Frieschronik, 16. Jahrhundert, fol. 155r (Stadtarchiv Würzburg) [digital nachbearb. durch BW].


